Interview mit Steffen Kleinmanns

Herr Kleinmanns, die digitalfabriX ist das spannende, auf die digitale Zukunft fokussierte Ergebnis einer Reorganisierung der erfolgreichen LivingData und der AKDB. Welche Überlegungen führten zur Gründung der digitalfabriX?

Die digitalfabriX ist im Prinzip eine Erfolgsgeschichte innerhalb des AKDB-Konzerns. Die Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern, kurz AKDB, feiert 2021 Jubiläum, ist seit 50 Jahren am Markt und ist mittlerweile auf fast 1000 Mitarbeiter angewachsen. Die LivingData wurde 1997 gegründet als hundertprozentige Tochter der AKDB und beschäftigt mittlerweile mehr als 130 Angestellte. Wir sind also aus der kommunalen Verwaltungslandschaft in Bayern nicht mehr wegzudenken.

Das Aufkommen von Cloud-Technologien, aber auch zahlreiche Veränderungen in der Arbeitsweise von Kommunen – etwa hin zur papierlosen Verwaltung oder die zahlreichen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung – erfordern nicht nur Anpassungen in der Produktpalette, sondern auch in der Art und Weise, wie man aufgestellt und organisiert ist.

Wir stehen erst am Anfang der digitalen Revolution. Um für all das gerüstet zu sein, was noch vor uns liegt, haben wir uns entschlossen, verschiedene Einheiten zusammenzulegen. So sind wir voll fokussiert, um den Wandel hin zur digitalen Verwaltung bestmöglich unterstützen zu können.

Die Mitarbeiter der digitalfabriX kommen aus den unterschiedlichen Hintergründen bei der LivingData und der AKDB …

… was eine große Chance darstellt, um etwas Neues zu schaffen! Unter einheitlicher Leitung werden die verschiedenen Teams einen spannenden, bereichernden Kulturmix aus unterschiedlichen Herangehensweisen bilden, in dem man sich gegenseitig inspirieren und voneinander lernen kann!

Inspiration, Lernbereitschaft, Kommunikation – sind das die entscheidenden Schlüsselbegriffe, um Mitarbeiter und Kunden mitzunehmen auf den Weg des digitalen Wandels?

Ja, denn die Produkte und Geschäftsprozesse ändern sich komplett. Bei Cloud-Services zum Beispiel können die Beziehungen zwischen Anbieter und Kunden theoretisch nur noch in der Abwicklung von Zahlungsvorgängen bestehen. Wir aber sind allein schon durch die Historie der AKDB und deren Auftrag, die Verwaltungen bestmöglich zu unterstützen, ein integraler Bestandteil der kommunalen Landschaft. Daher ist uns Kundennähe extrem wichtig.

Aber wir erleben ja im Homeoffice durch die Corona-Krise, wie dieser Digitalisierungsschub, diese Digitalisierungserfahrung einerseits interne Geschäftsabläufe und Prozesse massiv verändert, andererseits aber auch die Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden agieren: weniger vor Ort, mehr Videokonferenzen.

Nicht zuletzt verändert sich auch die Kommunikation der Bürger mit den Verwaltungen, was wiederum beeinflusst, welche Dienstleistungen und Services von den Kommunen angefragt werden. Das erfasst nicht nur die Verwaltungen, sondern auch die Wirtschaft, lokale Unternehmen, Vereine, die Tourismusverbände …

… also das gesamte kommunale Ökosystem.

Die Digitalisierung durchdringt alle Lebensbereiche, weshalb man zunehmend in Ökosystemen denken muss. Wie interagieren unsere Mitarbeiter mit unseren Kunden, den Kommunen? Wie interagieren die Kommunen wiederum mit ihren Kunden, den Bürgern? Die digitalfabriX hat den Auftrag, den kompletten kommunalen Austausch auf allen Ebenen durchzudenken.

Denn gelebte Verwaltung, in der die Bürger die Qualität eines geordneten Verwaltungsbetriebs dann auch erfahren – das kann auch die Sichtweise auf die Demokratie und ein geordnetes Staatswesen positiv formen. Aus dieser Perspektive ist die Digitalisierung ein enorm großes Thema.

Die digitalfabriX will also den digitalen Wandel sinnstiftend gestalten. Wie kam es zur Namensfindung?

Die industrielle Revolution mit ihren Fabriken und dem Entstehen einer Arbeiterklasse hat die Welt vor über 200 Jahren nachhaltig verändert. Jetzt stehen wir am Anfang der digitalen Revolution, einem mindestens ebenso dramatischen Wechsel wie damals. Wir wollen mit der digitalfabriX den digitalen Wandel mit den richtigen Lösungen unterfüttern. Wir wollen uns darüber hinaus mit den Produkten und Leistungen der digitalfabriX in ein Gemeinwohl und einen Gemeinnutzen einbringen. Wir tun das, um die Lebensqualität der Bürger und das gesamte kommunale Ökosystem zu verbessern. Dazu zählt die Stärkung der lokalen Kulturbetriebe, Wirtschaftsunternehmen, Schulen, Kindergärten, Freibäder – eben von allem, was dazugehört. Wir tun das nicht nur aus wirtschaftlichen Interessen, sondern im Sinne des Gründungsauftrags der AKDB und der gesamten Unternehmensgruppe: Nämlich den Verwaltungen Unterstützungsleistungen zukommen zu lassen und deren Arbeit effizienter zu gestalten.

Man könnte also sagen, die Lebensqualität der Menschen ist Sinn und Zweck der digitalfabriX?

Vor meiner Zeit bei der LivingData und damit vor der digitalfabriX war ich mehrere Jahre in einem Beratungsunternehmen im Bereich Business Intelligence tätig, wo es im Prinzip um das Absichern von Entscheidungen und die Erhöhung von Entscheidungsqualität ging. Im öffentlichen Bereich sind jeden Tag Entscheidungen zu treffen, die gut abgesichert und begründet werden müssen. Es gibt ein ganz großes Interesse daran, diese Entscheidungen auch so transparent zu gestalten, dass sie anderen vermittelbar sind. Auch das wollen wir angehen und gute Entscheidungsgrundlagen herausarbeiten, um die Lebensqualität aller zu verbessern – weil eben die Entscheidungen richtig getroffen werden können.

Je besser die digitalfabriX arbeitet, desto mehr kommt das am Ende auch den Bürgern zugute. Das ist ein Auftrag, den ich für sehr sinnvoll erachte.

Von der Bürgerbeteiligung bis zum Online-Zugangs-Gesetz: Die Kommunen stehen bei der Digitalisierung vor unterschiedlichsten Herausforderungen. Was ist die wichtigste „Zutat“ in der erfolgreichen Partnerschaft der digitalfabriX mit ihren Kunden?

Ganz klar: Vertrauen. Wir haben als Anbieter bereits über Jahrzehnte dieses Vertrauen im Markt aufgebaut und in den letzten Jahren viel geleistet, um unseren Kunden immer wieder aufs Neue zu beweisen, dass wir der richtige Partner auf dem Weg in die Zukunft sind. Wir entwickeln uns ständig weiter, um zur rechten Zeit mit den richtigen Produkten und Leistungen bereitzustehen.

Die Konstellationen bei den Kunden sind ganz unterschiedlich, aber wir haben für alle das richtige Angebot, sind für alles offen und können sehr individuell vorgehen.

Lassen sie uns einen kleinen Blick in Zukunft der digitalfabriX werfen: Was wird der nächste „Meilenstein“ sein, den die digitalfabriX für ihre Kunden erreicht?

Ich freue mich sehr darauf, wenn wir unseren Kunden das Komplettangebot der umfassenden Digitalisierungsberatung bieten können. Dabei geht es mehr denn je darum, über die reinen Softwareprodukte und die technischen Lösungen hinauszudenken. Das ist der wesentliche Meilenstein: Wir haben die richtigen Konzepte und Prozessvorlagen, um die geeignete Beratung mit technischen Lösungen zu verknüpfen, die auf unsere bewährten digitalen Workflows aufbauen. So können wir unseren Kunden die Hand reichen und ihnen als Lotse Wege in die digitale Zukunft aufzeigen – in der man dann auch getrost von bisherigen, analogen Prozessen ablassen kann.